Über uns

Pankultur und die Steeldrum-Hochburg Dortmund

Der Verein
Mit der Begeisterung eines Einzelnen wurde aus dem traditionellen Dortmunder Drei- ein Vierklang: Es ist Eckard C. Schulz zu verdanken, dass sich seit Ende der Siebziger Jahre neben Stahl, Bier und Borussia die Steelpan zunehmend lautstark in der Reviermetropole etabliert hat. Schulz hatte als Autodidakt begonnen, Steeldrums zu bauen. Heute ist er mit seiner Firma E.C.S. einer der weltweit führenden Steelpan-Bauer, so dass rund um den Globus inzwischen mehr als 10.000 dieser ungewöhnlichen Instrumente „made by E.C.S“ erklingen. Ebenso „weltumspannend“ ist die Musik von Pankultur e.V.: des Vereins, den Schulz zusammen mit den Musikern Martin Buschmann und Jürgen Lesker 1995 in Dortmund gründete. Das Repertoire seiner Orchester- und Marchingformationen reicht bei ihren bis zu 40 Auftritten im Jahr von karibischen Calypsos über speziell arrangierte Pop- und Latinstandards bis hin zu groovigen Eigenkompositionen.
Der Verein hat heute ca. 150 Mitglieder - davon viele Kinder und Jugendliche. Zunehmend hat sich Pankultur auch mit dem stetig wachsenden Musikunterricht für Kinder ab drei Jahren einen Namen gemacht. Über spezielle, ebenfalls von Eckard Schulz konzipierte Steelpans werden die Kleinen stufenweise an die Erwachseneninstrumente herangeführt. Steeldrums sind wie geschaffen für die musikalische Früherziehung, denn sie ermöglichen einen vergleichsweise unkomplizierten Zugang zum eigenen Musizieren. Gleichzeitig lernen Kinder und Jugendliche beim Steeldrumspielen alles Nötige über Noten, Harmonien und Rhythmik.

Die Steeldrum - dieses Instrument muss man erlebt haben.
Der exotische Klang einer Steeldrum erinnert an einen Mix aus Glockenspiel und Vibraphon, laut und weittragend, betörend und samtig, ein von Sonne durchfluteter Sound. Und er ist vergleichsweise jung, denn die Steeldrum ist noch nicht einmal 100 Jahre alt, denn es gibt sie erst seit etwa 1940. Damit ist sie das einzige akustische Instrument, das im 20. Jahrhundert erfunden wurde. Trinidad und Tobago ist die Heimat des auch Pan, englisch für „Pfanne“, genannten Instrumentes. Bis in die 30er-Jahre des vergangen Jahrhunderts hinein gaben hier die sogenannten „Tamboo-Bamboo-Bands“ mit ihrer Bambus-Perkussion den Ton an bei Feiern und Umzügen.
Dann die Entdeckung: Findige Köpfe erkannten während des Zweiten Weltkriegs, dass sich die eigentlich eher unschönen Hinterlassenschaften der Alliierten, etwa Ölfässer, durchaus „zweckentfremden“ lassen. Beult man nämlich mit einem Vorschlaghammer den Boden eines Fasses nach innen ein und anschließend wieder nach außen, lässt sich die Stimmlage verändern: Es entsteht so eine klingende Tonfläche. Dabei beeinflusst natürlich die Größe des Fasses seine Grundtonlage. Bereits zur Siegesfeier, 1945, soll die erste Steelband aufgespielt haben, und zwar „God save the King“. Schnell wurde der Instrumentenbau perfektioniert, und heute verfügen Steelorchester über die gleiche Stimm- und Klangvielfalt wie ein klassisches Ensemble. Ausgerechnet ein Ölfass konnte sich damit in der vornehmen Riege abendländischer Klangkörper etablieren!